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03.12.2005 TLF 20/45
Der neue Intensivtransportwagen ITW 4, ein MB Atego 918 mit Kofferaufbau von Kögel!

Mit diesem Update wünsche ich allen Besuchern dieser Homepage zunächst eine schöne Adventszeit, ein friedliches Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch in das neue Jahr 2006!

Außerdem hat die Feuerwehr Thalburg im November 2005 ein neues Einsatzfahrzeug in Dienst gestellt. Dabei handelt es sich um einen Intensivtransportwagen (ITW) auf einem MB- Atego-Fahrgestell vom Typ 918 mit Kofferaufbau der Firma Kögel sowie einem Innenausbau der Firma Ciarrettino & Hockauf Intensivmobile GmbH. Das Fahrzeug verfügt über eine BÄR-Ladebordwand am Heck, über die auch Krankenhausbetten problemlos eingeladen werden können. Die medizinische Ausstattung im Fahrzeuginneren geht weit über die DIN 1789 für Mobile Intensive Care Units (Typ C) hinaus und beinhaltet zusätzlich zur üblichen Ausstattung eines Rettungswagens ein Dräger-Beatmungsgerät vom Typ Evita 4, ein Oxylog 3000-Transportbeatmungsgerät, ein Monitoringsystem der Firma Siemens zur Überwachung von Blutdruck, Körpertemperatur, ZVD und ICD, ein kombiniertes 12-Kanal-EKG- und Defibrillatorgerät mit externem Herzschrittmacher und Telemetrieoption, acht Perfusoren, vier Infusomaten, ein Pulsoxymeter, ein Kapnometer sowie ein Laboranalysegerät. Mitgeführt werden außerdem ein 5000 Liter-Sauerstoff- und ein 3000 Liter-Druckluftvorrat sowie ein 70 Liter-Frischwassertank. Schließlich ist das Fahrzeug mit einer Klimaanlage, BOS-Funk, Mobiltelefon, Mobilfax und einem GPS-Navigationssystem ausgerüstet.

ITW
Der Aufbau eines MB Sprinter von herpa wurde verbreitert, erhöht und auch gekürzt…

Besetzt wird das Fahrzeug von zwei speziell weitergebildeten Rettungsassistenten der Thalburger Feuerwehr sowie einem intensivmedizinisch erfahrenen Anästhesisten mit Fachkundenachweis Rettungsdienst und einer Zusatzausbildung für Intensivtransporte nach den Empfehlungen der DIVI. In der Regel wird das ärztliche Personal des ITW von den städtischen Kliniken in Thalburg gestellt; der Einsatzbereich des Fahrzeuges erstreckt sich auf das gesamte Sagaland.

ITW
Hier sind die Einzelteile zu sehen, aus denen später die Karosserie entstanden ist.

Trotz der umfangreichen Ausstattung und des größeren Fahrgestells ist der neue ITW übrigens deutlich kürzer und damit auch wendiger als die bislang beschafften Vario-RTW, so dass schon überlegt wird, ähnliche Fahrzeuge zukünftig auch als Rettungswagen einzusetzen. Die (reale!) Werkfeuerwehr des Autoherstellers BMW hat bereits ein ähnliches Fahrzeug in Dienst gestellt.

Und um es nun vorweg zu nehmen: Da auch dieses Modell - wie es bei allen Thalburger Einsatzfahrzeugen nun einmal üblich ist - nicht lackiert werden sollte, ist es im Endeffekt so etwas wie eine Intarsienarbeit geworden. Im Nachhinein hätten ebenso gut auch weiße und gelbe Plastikplatten (z. B. von Busch) verwendet werden können - dies wäre nicht viel aufwändiger gewesen als den Aufbau so anzufertigen, wie es letztlich geschehen ist…


Vergrößerung ansehen 1. Bauabschnitt des ITW.

Vergrößerung ansehen Evergreenprofile erleichtern das Verkleben!


Benötigt werden für einen eventuellen Nachbau jedenfalls folgende Basismodelle: Ein MB-Atego-Post-LKW von herpa, ein herpa-LF 8, ein beliebiger herpa-LKW mit weißem Atego-Fahrerhaus, zwei MB-Sprinter (DHL) mit Kögel-Kofferaufbauten sowie ein amerikanischer LKW mit weißem Kofferaufbau von Busch. Das Fahrgestell des LF 8 bleibt weitgehend unverändert; auf die vorderen Kotflügel wird lediglich eine gelbe Atego-Kabine montiert, deren serienmäßig angespritztes Dach aus Gründen eines einheitlichen Designs der Thalburger Rettungsdienstfahrzeuge durch ein neues, weißes Dach von einem anderen Modell ersetzt wird.


Vergrößerung ansehen Der Aufbau ist fast fertig…

Vergrößerung ansehen An der Stirnseite klafft noch eine Lücke.


Der Aufbau des einen Kögel-Koffers erfährt nun folgende Veränderungen: Vergrößern bzw. Ausfeilen der hinteren Kotflügel, Aussägen des gesamten Hecks (um Platz zu schaffen für die Ladebordwand), Heraustrennen einer Fensteröffnung in der seitlichen Schiebetüre und anschließendes Ausschneiden dieser Schiebetüre, Ausschneiden einer weiteren Öffnung auf der Beifahrerseite (dort, wo später die Schiebetüre wieder eingesetzt wird, d. h. etwas nach hinten versetzt), Trennen des gesamten Aufbaus in Längsrichtung und Kürzen der sich auf diese Weise ergebenden Wandteile um etwa einen Millimeter in der Höhe (da der Aufbau mit dem neuen Dach sonst zu hoch wird). Vom zweiten Kögel-Kofferaufbau wird nun ein relativ beliebiges seitliches Wandstück (nur ohne Kotflügelausschnitt und Türscharniere muss es sein!) und ein Stück der Frontseite (Ecke Frontseite/Beifahrerseite!) ausgeschnitten: Mit diesen beiden Teilen und der Schiebetüre vom ersten Aufbau wird der neue Aufbau des ITW später wieder weitgehend verschlossen.


Vergrößerung ansehen "Auslieferungszustand" des ITW 4.

Vergrößerung ansehen Die Beschriftung fehlt noch.


Als Maß bei der Montage dieser Einzelteile dient das Dachstück, das man zuvor vom amerikanischen LKW von Busch abgesägt hat. Dieses Teil hat die für den MB Atego genau richtige Breite, allerdings muss das Dach in der Länge etwas gekürzt (d. h. der Länge des Kögel-Koffers angepasst) werden. Ich habe übrigens die Seite abgeschnitten, an der sich die "Rundung" befunden hat; wer mag, kann natürlich auch die andere Seite kürzen. Außerdem müssen die Seiten und die Front des Dachstücks so lange gefeilt (und anschließend wieder aufpoliert) werden, bis die (nicht zum Kögel-Koffer passenden) Gravuren bzw. Vertiefungen in der Karosserie vollkommen verschwunden sind.


Vergrößerung ansehen Fahrerseite des ITW 4.

Vergrößerung ansehen Heckansicht mit Ladebordwand.


Als letzte Maßnahmen müssen nun noch ein kleines gelbes Plastikstück an der Stirnseite sowie die Ladebordwand eingepasst werden. Letztere ist übrigens aus dem Heck eines größeren Post-LKW von herpa entstanden, das dort herausgesägt und um 90° gedreht (also mit senkrechten statt waagerechten Gravuren) wieder in den Kögel-Aufbau eingesetzt worden ist. Das Riffelblechstück am oberen Ende der Ladebordwand stammt dabei aus dem bekannten Preiser-Bausatz mit den Abrollbehältern Tank und Kohlendioxid. Schließlich werden an der Front des Aufbaus noch kleine Dreiecke herausgesägt, um die Kotflügel des Fahrerhauses zu berücksichtigen. Alle weiteren Arbeiten sind reine Routine: Befestigen des Aufbaus am Fahrgestell mit einem Hilfsrahmen aus Evergreenprofilen, Ankleben von Zurüstteilen und Anbringen einiger Decals - schon ist der neue Intensivtransportwagen fertig!


Vergrößerung ansehen Das Heck stammt von einem Post-LKW.

Vergrößerung ansehen Die Schnitte verlaufen neben den Linien!


Nun noch ein Hinweis in eigener Sache: In einem Internetforum wurde vor einiger Zeit darüber diskutiert, ob meine Modelle tatsächlich unlackiert sind. Unter anderem hieß es, "so saubere Sägeschnitte kann man doch gar nicht anfertigen". Auch wurde mir unterstellt, ich würde möglicherweise mit einem Bildberbeitungsprogramm tricksen und meine Modelle heimlich doch spachteln und lackieren. Solche Mutmaßungen machen mich natürlich traurig. Daher nochmals: Die Karosserieteile meiner Modelle sind NICHT lackiert (auch die verschiedenen Gelbtöne bei den Aufnahmen des ITW sind wirklich nur die Folgen verschiedener Lichtverhältnisse beim Fotografieren) - und als kleinen Beweis habe ich beim Bau des ITW 4 einige Fotos aus der Bauphase gemacht!

Wie immer: Ich freue mich auf das Feedback!





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