Neues aus Thalburg: HLF 20/16 im Dienst

17.10.2007 ELW-A und ELW-B

Die Feuerwehr Thalburg hat vor kurzem das erste Fahrzeug einer neuen Generation von Hilfeleistungslöschfahrzeugen in Dienst gestellt. Bis 2009 werden insgesamt 14 solche HLF 20/16 beschafft, die eine Weiterentwicklung der bisher verwendeten LF 16/12 und LF 20/16 darstellen. Mit der Indienststellung der neuen Fahrzeuge erfolgt auch in Thalburg die organisatorische und einsatztaktische Umstellung auf ein Staffelkonzept, so dass es künftig keine Löschzüge mehr geben wird.

Das neue HLF 24/16… Das neue HLF 24/16… … auf MB Atego 1528 AF. … auf MB Atego 1528 AF.

Das neue HLF 20/16 wurde von Ziegler auf einem MB-Atego-Allradfahrgestell vom Typ 1528 AF aufgebaut. Es verfügt über eine Beladung nach DIN 14530 Teil 11 mit umfangreich erweiterter Ausstattung für die technische Hilfeleistung. Über die schon in der DIN optional beschriebene Zusatzbeladung hinaus ist das HLF mit einem Mehrzweckzug, zwei Motorsägen, einer höhenverstellbaren Arbeitsplattform, einem zweiten Kombinationsgerät (Rettungsschere/Spreizer), Rettungszylindern, einem Trennschleifgerät, einem Eis- und Wasser-Überlebensanzug (Helly-Hansen), zwei Rettungsringen, einem Notfallrucksack, einem EKG-Defibrillatorgerät, Rüsthölzern, einem transportablen Belüftungsgerät, einem Straßenbahnhebesatz mit Hydraulikhandpumpe und Schwerlast-Hydraulikhebern, einer Korbtrage, einem Ausrüstungssatz für die Absturzsicherung sowie einer Rettungsmulde für den Sicherungstrupp ausgestattet. Diese umfangreiche Beladeliste hat allerdings dazu geführt, dass nach der Beschaffung der eher kompakten LF 16/12 bzw. LF 20/16 in den vergangenen Jahren nun doch wieder ein deutlich längeres und auch schwereres Fahrgestell mit einem Radstand von 4310 mm verwendet werden musste.

Heckansicht des HLF… Heckansicht des HLF… …mit zwei Einpersonenhaspeln. …mit zwei Einpersonenhaspeln.

Zum Modell: Im Wesentlichen besteht das Fahrzeug aus einer herpa-Atego-Kabine sowie Aufbauteilen eines TLF 24/60 und eines LF 20/16. Während vom TLF 24/60 nur der vordere Geräteraum benötigt wird, spendet das LF 20/16 den vorderen und den mittleren Geräteraum. Der Aufbauteil des LF 20/16 wird jedoch um 180° gedreht mit dem Geräteraum des TLF kombiniert, so dass die frühere Stirnseite des LF-Aufbaus zum neuen Heck mutiert. In die auf diese Weise entstandene Aufbaurückseite muss dann allerdings noch eine zusätzliche Öffnung eingesägt und mit einem Rollladen aus der Bastelkiste verschlossen werden. Auch werden neue Rückleuchten aus dünnen Plastikstreifen angefertigt.

Am Fahrerhaus wurden u. a. folgende Änderungen durchgeführt:

  • Innenlackierung
  • Lackierung der Fensterrahmen
  • Einbau von vier Atemschutzgeräten mitsamt Halterungen vom Typ "Nordstadt"
  • Montage neuer Trittstufen (vorne Fa. Rietze, hinten Fa. Preiser) und Schmutzlappen an den Kotflügeln
  • Montage zahlreicher Zurüstteile wie z. B. einer fünfteiligen (!) Propellerrolle der Seilwinde, (Zusatz- und Rangier-) Scheinwerfer, Spiegel, Schäkel, Signalanlage (herpa/Evergreen), (Messing-) Schutzbügel, GPS-Antenne, Antennen, Dachlüfter, Unterlegkeile, Druckluftanschluss, Steckdose etc.
  • Anbringen einer Dachbeschriftung aus Letraset-Abreibebuchstaben und diverser Decals von Müller und DS-Design.
Dachansicht des HLF… Dachansicht des HLF… …mit Eigenbau-Streuwagen!. …mit Eigenbau-Streuwagen!.

Am Aufbau besteht die Detaillierung u. a. aus:

  • Detailbemalung der Geräteraumverschlüsse und Anbringung neuer Rückleuchten,
  • Anbringen winziger Reflektoren aus oranger Selbstklebefolie
  • Anfertigen einer neuen Dachrandverblendung, einer Verkehrswarneinrichtung etc. Die Lampen der Verkehrswarneinrichtung stammen übrigens aus dem Fachhandel für Fingernagelkunst, es handelt sich um winzige Strass-Steinchen (herzlichen Dank an Herrn Jörg Placke für die Zulieferung dieser Teile!)
  • Ausstattung des HLF mit einer dreiteiligen Schiebleiter (Eigenbau aus herpa-, Preiser- und Roco-Teilen sowie dünnem Federstahl), einer vierteiligen Rietze-Steckleiter sowie einer Preiser-Hakenleiter.
  • Montage von Kleinteilen wie z. B. einem Einreisshaken, einem Abgasschlauch, einem (Eigenbau-) Streuwagen (hergestellt aus einer Wiking-Signalanlage und einer Preiser-Sackkarre), zusätzlichen Scheinwerfern, Griffen an den Gerätekästen, einem Lichtmast etc.
  • Die Griffstangen an den Geräteraumverschlüssen sind aus herpa-Saugschläuchen und Verkehrsschild-Ständern von Preiser entstanden: De Saugschläuche werden in dünne Scheiben geschnitten. Diese "Ringe" werden dann einfach über die abgelängten Vekehrsschild-Ständer gestülpt und mit einem winzigen Tropfen Sekundenkleber fixiert - fertig!
  • " Am Heck wird die Beladung durch zwei Einpersonenhaspeln der Fa. Barth ergänzt. Das Schlauchmaterial ist eigentlich dünner Bast und stammt aus dem Bastelbedarf. Die Verkehrswarnhaspel wird mit insgesamt sechs Verkehrsleitkegeln, 6 Blinkleuchten, einem Warndreieck und einem Behälter für ein faltbares Hinweisschild ausgestattet.
Detailansicht der Fahrzeugfront… Detailansicht der Fahrzeugfront… …und des Fahrzeugheck! …und des Fahrzeugheck!

Das Fahrgestell stammt aus der Bastelkiste und wurde auf den benötigten Radstand gekürzt. Aus Gießästen wurde eine neue Auspuffanlage angefertigt. Zudem ist dieses Fahrzeug mit Schleuderketten (winzige Messingketten der Fa. Weinert) ausgerüstet. Der Winter kann also kommen!

Diskutiert wird über das neue HLF 20/16 der Feuerwehr Thalburg übrigens auch hier!





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