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Neuheiten im Thalburger Rettungsdienst!

27.01.2005 RTW und NEF - Neu

Die Feuerwehr Thalburg hat am 01.01.2005 einen neuen RTW in Dienst gestellt, der den Prototypen für eine neue Fahrzeuggeneration darstellt. Bewährt sich dieser RTW, sollen in den kommenden Monaten - gemeinsam mit den am städtischen Rettungsdienst beteiligten Hilfsorganisationen - insgesamt 35 weitere Fahrzeuge dieses Typs beschafft werden.

Der Konzeption dieses Prototyps gingen zahlreiche Versuche und Erprobungsphasen mit Rettungswagen unterschiedlicher Aufbau- und Fahrgestellhersteller voraus, die jedoch alle nicht überzeugen konnten. Relativ rasch stand aus Sicht der Branddirektion beispielsweise fest, daß die neuen Rettungswagen nicht auf MB Sprinter-Fahrgestellen aufgebaut sein könnten: Die Beschaffung dieser Fahrzeuge als RTW wurde, wenngleich sie heute vielerorts üblich ist, in Thalburg schon vor Jahren als Irrweg betrachtet. Tatsächlich klagen die realen Beschaffer von RTW auf Sprinter-Fahrgestellen über teilweise massive Probleme mit den Bremsanlagen, den Reifen und v. a. dem Fahrverhalten bei voller Zuladung. Zudem ist die Fahrerkabine deutlich kleiner als die des MB Vario und bietet durch eine tiefere Sitzposition längst nicht den Überblick, wie sie die Rettungsassistenten in Thalburg von den Fahrgestellen der bisher eingesetzten MB T 2 gewohnt waren.

Der neue RTW 1, MB Vario 814
Vergrößerung ansehen Der neue RTW 1, MB Vario 814
Ein recht aufwändiger Umbau
Vergrößerung ansehen Der Kofferaufbau ist von Kögel

Ein Kofferaufbau wurde vom Arbeitskreis der Thalburger Hilfsorganisationen gewünscht, um den Behandlungsraum im Vergleich zu serienmäßigen Kastenwagen zu vergrößern. Allerdings konnte lange Zeit bundesweit kein Hersteller gefunden werden, der dazu in der Lage gewesen wäre, einen Kofferaufbau auf dem MB Vario-Fahrgestell anzufertigen und dabei alle Anforderungen der DIN EN 1789 zu erfüllen. Erst nachdem die Johanniter Unfallhilfe in Essen zwei RTW auf MB 814 mit GSF-Kofferaufbauten beschafft hat und diese Fahrzeuge seit einiger Zeit sehr erfolgreich einsetzt, erteilte auch die Feuerwehr Thalburg einen Auftrag zur Konzeption des hier vorgestellten Fahrzeuges an die Firma GSF in Twist. Abweichend von den RTW der JUH in Essen wurde aus Kostengründen allerdings kein GSF-, sondern ein Kögel-Kofferaufbau verwendet; GSF übernahm lediglich den Innenausbau des Fahrzeuges.

Vergrößerung ansehen Auch wenn es nicht so aussieht...
Ein recht aufwändiger Umbau
Vergrößerung ansehen ...ist es ein aufwändiger Umbau!

Und nun zum Modell: Für einen Nachbau des neuen RTW werden folgende Modelle benötigt: Zwei MB Sprinter mit Kögel-Kofferaufbau Post bzw. DHL von herpa, ein MB Vario mit Kofferaufbau Post von AWM, ein Igra LKW mit weißem Kofferaufbau von SES sowie ein MB Vario RTW (oder ziviler Kastenwagen) von herpa. Die wesentlichen Schritte des Umbaus:

  • Abtrennen der angespritzten Sprinter-Kabine vom Kofferaufbau. Anschließend muss die Vorderwand des Kofferaufbaus sehr sorgfältig plan geschliffen und wieder aufpoliert werden.
  • Vergrößern der hinteren Kotflügel des Kögel-Kofferaufbaus zur Aufnahme der Kotflügeleinfassungen des MB Vario Kastenwagens von herpa.
  • Einsägen eines Fensters in die seitliche Schiebetüre des Kögel-Kofferaufbaus.
  • Planschleifen der kompletten Rückwand des Kögel-Kofferaufbaus, bis die Türscharniere nicht mehr zu sehen sind.
  • Kürzen des Kögel-Kofferaufbaus um etwa 2 mm in der Höhe und zersägen des Kofferaufbaus mittig in Längsrichtung in zwei Teile.
  • Aussägen eines Stücks aus der Rückwand des Kögel-Kofferaufbaus, wobei die beiden Sägeschnitte exakt senkrecht - etwa an den jeweils äußeren Rändern der Heckfenster - verlaufen müssen.
  • Ersatz des Kögel-Kofferaufbaudachs durch das zufällig recht exakt passende Dach des Igra-LKW-Aufbaus: Dieses ist glücklicherweise etwas breiter als der serienmäßige Kögel-Aufbau und passt dadurch weitaus besser zur Vario-Kabine! Dies ist dann allerdings auch der Grund dafür, dass an der Vorderwand des Aufbaus mittig ein zusätzliches gelbes Stück Plastik eingefügt werden muss, das man zuvor an einer relativ beliebigen Stelle aus dem zweiten Kögel-Kofferaufbau herausgesägt hat.
  • In die Rückwand werden jetzt um 180° gedrehten Hecktüren eingesetzt (mit den Fenstern nach oben!), die man ebenfalls aus dem zweiten Kögel-Kofferaufbau herausgetrennt hat.
  • Es folgen diverse Anpassungsarbeiten an das Fahrgestell eines MB Vario-Kastenwagens, die Beschriftung des RTW und die Ausstattung mit den üblichen Zurüstteilen wie z. B. Rundumkennleuchten, Fanfaren, Antennen, Dachlüftern, Zusatzblinkern etc.
Notarzt-Einsatzfahrzeug 5-1, MB Vito
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Das NEF entstand aus drei herpa-Vitos!
Vergrößerung ansehen Das NEF entstand aus drei herpa-Vitos!


Zeitgleich mit dem neuen RTW 1 wurde auch das NEF 5-1 ersetzt. Das Modell dieses Fahrzeuges ist aus insgesamt drei (!) MB Vito von herpa entstanden:

  • " Von einem gelben MB Vito als Sinalco-Werbemodell wurde zunächst das Dach abgetrennt, und die verschlossenen Fensterflächen wurden vorsichtig geöffnet bzw. ausgesägt.
  • Von einem weißen MB Vito wurde das Dach abgesägt und auf die gelbe Karosserie "transplantiert".
  • Die silbergrauen Stoßstangen sind schließlich von einem MB Vito Polizeifahrzeug entwendet worden.

Die EC 135 als RTH...
Vergrößerung ansehen Die EC 135 als RTH...
Die EC 135 als RTH...
Vergrößerung ansehen ...bislang bei der Bundeswehr einmalig!

Zudem hat die Bundeswehr ihre bisher eingesetzte Bell UH 1 D durch eine Maschine vom Typ Eurocopter EC 135 abgelöst. Sie wird nun allerdings nicht mehr vom Lufttransportgeschwaders LTG 75 aus Marienfelde gestellt, sondern vom Heeresfliegerregiment 198 aus Kieselstadt. Zur Erklärung: Das Lufttransportgeschwader 75 wurde zum Jahreswechsel 2004 / 2005 mit der Materiallogistik für einen Auslandseinsatz der Bundeswehr beauftragt, so dass der weitere Einsatz des Thalburger RTH zunächst nicht länger sichergestellt schien. Da das Heeresflieger-Regiment 198 jedoch schon im August 2004 mehrere EC 135 von der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg übernommen hatte, die sich als Schulungsmaschinen dort nicht bewähren konnten und - im Gegensatz zum LTG 75 - auch noch über die notwendigen personellen Ressourcen verfügte, bot es sich geradezu an, dass der SAR-Standort Thalburg zukünftig von den Heeresfliegern übernommen werden würde.

Die UH 1 D wird ausgemustert
Vergrößerung ansehen Die UH 1 D wird ausgemustert

Vergrößerung ansehen Der neue RTW 1 mit seinem Vorgänger


Sofern kein Einsatz im Rahmen des SAR-Dienstes vorrangig ist, wird der in Thalburg stationierte Bundeswehrhubschrauber daher auch weiterhin für die zivile Notfallrettung oder Sekundärtransporte von einem Krankenhaus zu einem anderen eingesetzt. Dabei lautet der militärische Rufname des RTH von nun an SAR Thalburg 99; bei zivilen Einsätzen wird die Maschine als Christoph Sagaland bezeichnet. Das Modell des SAR Thalburg 99 bzw. Christoph Sagaland ist ein verfeinertes Wiking-Modell, an dem eigentlich nur eine neue Beschriftung angebracht worden ist. Viel Spaß bei einem eventuellen Nachbau - und wie immer freue ich mich über ein Feedback im Gästebuch oder per E-Mail!



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